die Chronik zu Jahren 2021 bis 2025
Die Chronik der K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V.
Von Swen Schmitz und Bernd Aschoff
Im Frühjahr und Sommer 2021 normalisierte sich das Leben langsam wieder – allerdings zumeist mit Maske und Tests. So konnte die Gesellschaft ihre Jahreshauptversammlung abhalten, in der Stephan Degueldere zum neuen Präsidenten der KG Alt-Köllen vun 1883 e.V gewählt wurde. Mit Stephan Degueldre übernahm `ne echte kölsche Jung die Zügel der KG.
Im Sommer fand dann tatsächlich auch das Sommerfest der KG Alt-Köllen im Römerpark mit den Familien und Freunden unserer KG statt. Das Programm mit unseren Harlekins, Marita Köllner, Torben Klein und Kuhl un de Gäng begeisterte alle Besucher und die Hoffnung auf eine normale Session 2021/2022 wurde größer.
Und tatsächlich konnte am 11.11.2021 die Session in vielen Kneipen der Stadt wieder mit tagesaktuellem Test starten. Die befürchtete Kölner Coronawelle blieb abermals aus. Trotzdem wehrte die Freude nur kurz, denn noch vor dem Jahreswechsel wurden alle Veranstaltungen der Session 2021/2022 außer dem internen Dreikünnige-Appell erneut abgesagt. Für Veranstalter und Künstler war die fehlende Planbarkeit wirtschaftlich nicht tragbar. Im Rahmen des 3-Künnige-Appells wurde Michael Schwan, Ehrenpräsident Kölsche Huhadel vun 1985 e.V. und bekannt aus regionalen TV-Formaten für seine Verdienste rund um das Brauchtum geehrt.
Dann plötzlich doch die Wende und die politische Freigabe für die karnevalistischen Feierlichkeiten mit der Auflage tagesaktueller Tests. Der gesamte Kölner Karneval setzte diese Vorgabe vorbildlich um und erneut blieb allen Unkenrufen zum Trotz eine Coronawelle in Köln aus. Die K.G. Alt-Köllen stellte in kürzester Zeit auf neue kreative Formate um. Höhepunkte hierbei waren sicherlich die Veranstaltung im Stapelhaus und am Karnevalssonntag ein Kostümfest in der Hofburg, welche vom Start weg ein Erfolg waren und sich auch 2022 im Sessionskalender der K.G. Alt-Köllen wiederfinden. Der Mut, der Einfallsreichtum und der Einsatz wurden belohnt.
Aber, als wenn das alles noch nicht genug gewesen wäre, zogen mit dem Angriffskrieg Russland gegen die Ukraine neue düstere Wolken über einem unbeschwerten Feiern auf und der Rosenmontagszug, der eigentlich in verkleinerter Form durch das Rheinenergie Stadion gehen sollte, wurde kurzfristig abgesagt. An einen ausgelassenen Zuch war nicht mehr zu denken. Jedoch Köln wäre nicht Köln, wenn in so einer Zeit kein starkes Zeichen der Bürger und Karnevalisten in die Welt geschickt würde. Die Menschen trafen sich mit und ohne Kostüm zu einer kurzfristig angesetzten Demonstration als Zeichen für Frieden und Toleranz, um vom Chlodwigplatz aus über den normalen Zugweg durch die Stadt zu ziehen. Ein Zeichen, das weit hinaus in die Welt ging.
Die aktuelle Session 2022/2023 wurde kurz nach dem 11.11.2022 mit schon fast beängstigender Normalität ohne Masken, ohne Test und ohne Social Distancing im Dorint Hotel am Heumarkt eröffnet. Die Mitglieder feierten mit vielen Freunden ausgelassen in eine langersehnte, hoffentlich normale Session ohne neue Beeinträchtigungen.
Auf der Volkssitzung 2023 wurde unser im Vorjahr gewählter Präsident Stephan Degueldre durch den Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, feierlich in sein Amt eingeführt. Das Volkssitzungswochenende war einmal mehr einer der großen Höhepunkte der Session. Eine besondere Ehre wurde unserer Gesellschaft im Rahmen der Kostümsitzung im Sartory zuteil: Das Festkomitee Kölner Karneval verlieh der K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V. den Titel „Traditionsgesellschaft“ – eine Auszeichnung, die uns mit Stolz erfüllt und zugleich Verpflichtung für die Zukunft ist.
So wurde die Jubiläumssession gebührend und ausgiebig gefeiert, ehe mit dem traditionellen Fischessen auch diese Session ihren Abschluss fand. Doch wie immer bei Alt-Köllen bedeutete das Ende der Session keineswegs das Ende des Gesellschaftslebens. Beim Sommerfest, auf dem Oktoberfest, beim Dartturnier und natürlich bei unseren regelmäßigen Stammtischen trafen sich Mitglieder, Familien und Freunde zum gemeinsamen Feiern, Schwade un Verzälle.
Kurz nach Beginn der Session 2023/2024 wurde die Gesellschaft jedoch mit Unregelmäßigkeiten in der Amtsführung des Schatzmeisters konfrontiert. In der Folge wurde dieser aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Auch der Präsident entschied vor diesem Hintergrund, sein Amt mit Beginn des neuen Jahres nicht weiter auszuüben und aus der Gesellschaft auszutreten. Damit stand die K.G. Alt-Köllen innerhalb kurzer Zeit vor erheblichen personellen Veränderungen an ihrer Spitze.
Noch im alten Jahr übernahm Tobias Hölscher das Amt des Schatzmeisters. Die nach der Satzung Ende Januar erforderliche Neuwahl des Präsidenten
wurde von den Mitgliedern mit großer Mehrheit auf die turnusmäßige Jahreshauptversammlung im Juni vertagt. Dort standen schließlich sämtliche
Vorstandsämter einschließlich des Präsidenten zur Wahl. Bereits im ersten Wahlgang wählten die Mitglieder Gregor Berthold mit großer Mehrheit zum
neuen Präsidenten der K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V.
Mit Bernd Kempa übernahm zugleich ein neuer 1. Vorsitzender Verantwortung für die Gesellschaft. Bis auf den wiedergewählten Geschäftsführer
Uwe Lüdemann und den bereits im August von den Senatoren gewählten Senatspräsidenten stellte sich der geschäftsführende Vorstand damit vollständig
neu auf.
Eine weitere Veränderung ergab sich im Amt des Schatzmeisters. Tobias Hölscher, der das Amt im Dezember 2023 übernommen hatte, musste es aus
persönlichen Gründen wieder zur Verfügung stellen. Im Oktober folgte ihm Bernd Schneider-Schrey als neuer Schatzmeister.
Mit der neuen Mannschaft an der Spitze richtete sich der Blick wieder nach vorne und auf die Session 2024/2025. Einer ihrer besonderen Höhepunkte
war die Inauguration unseres neu gewählten Präsidenten Gregor Berthold auf der Volkssitzung. In Anwesenheit des Kölner Dreigestirns wurde er durch
den Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Christoph Kuckelkorn, feierlich in sein Amt eingeführt.
Nach einer gelungenen Session zeigte sich im April einmal mehr, dass Alt-Köllen nicht nur Fastelovend kann. Auf der Kartbahn in Rodenkirchen trafen
sich zwölf Teams aus verschiedenen Karnevalsgesellschaften zu einem ebenso sportlichen wie geselligen Wettstreit. Unsere Mannschaft schlug sich
prächtig und sicherte sich am Ende einen hervorragenden dritten Platz.
Und auch in den Monaten danach blieb das Gesellschaftsleben lebendig. Beim Sommerfest, beim Dartturnier und nicht zuletzt bei den monatlichen
Stammtischen kamen Mitglieder und Freunde immer wieder zusammen. Denn auch außerhalb der Session gilt bei Alt-Köllen: Gelegenheit zum gemeinsamen
Feiern, Schwade un Verzälle findet sich eigentlich immer.
Nachdem in der Gesellschaft wieder Ruhe und Kontinuität eingekehrt waren, stand die Session 2025/2026 ganz im Zeichen dessen, was Alt-Köllen seit
jeher ausmacht: gemeinsam Fastelovend feiern, Freundschaften pflegen und kölsches Brauchtum leben. Bei unseren traditionellen Veranstaltungen,
den zahlreichen Begegnungen mit befreundeten Gesellschaften und den Auftritten unserer Kölschen Harlequins zeigte sich die K.G. wieder von ihrer
besten Seite.
Die Volkssitzungen auf dem Neumarkt, unsere Kostümsitzung, der Paprikaball und schließlich die Teilnahme am Rosenmontagszoch bildeten die Höhepunkte
einer gelungenen und stimmungsvollen Session. Vor allem aber war wieder jene Selbstverständlichkeit und Freude am gemeinsamen Feiern zu spüren,
die das Leben unserer Gesellschaft über viele Jahre geprägt hat.
Nach Aschermittwoch kehrte zwar etwas Ruhe in den Kalender ein, nicht aber in das Gesellschaftsleben. Bei Stammtischen und weiteren gemeinsamen
Aktivitäten gab es auch außerhalb der Session reichlich Gelegenheit zum Schwade un Verzälle, bevor auf der Jahreshauptversammlung 2026 schließlich
ein Wechsel an der Spitze der Gesellschaft anstand.
