K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V. sagt mit Wehmut Veranstaltungen ab - aber wir sehen uns wieder!

Die K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V. hat unter Berücksichtigung der aktuellen Corona-Lage und der Empfehlungen des Festkomitees Kölner Karneval sowie der Landesregierung NRW schweren Herzens beschlossen, die beiden traditionellen Volkssitzungen am 8. und 9. Januar 2022 im Zelt auf dem Neumarkt, die Mädchensitzung „Nümaats Wiever“ am 10. Januar 2022 sowie die Kostümsitzung „Orjenal Kölsch“ am 18. Februar 2022 im Sartory abzusagen.

„Auch wenn unser karnevalistisches Herz blutet, weil wir wieder nicht mit vollem Einsatz feiern und Frohsinn verbreiten können, sind wir uns unserer besonderen Verantwortung bewusst. Sicherheit und Gesundheit stehen an erster Stelle.“ so Axel Kraemer, Pressesprecher und 2. Vorsitzender der K.G. Alt-Köllen.

Ob die vier weiteren geplanten Veranstaltungen, „Fastelovend en d’r Weetschaff“ am 28.01.2022 im Früh am Dom, die Benefiz-Kneipensitzung „Beim Zappes“ am 10.02.2022 im Zum Alten Brauhaus und der „Paprikaball“ am 26.02.2022 in der Wolkenburg stattfinden können, wird spätestens bis Mitte Januar geklärt werden.

Alle Mitglieder und Kartenkunden wurden bereits separat angeschrieben und über das weitere Vorgehen informiert. Denjenigen, die statt einer Rückerstattung auf einen Gutschein für Karten der nächsten Session umsteigen, garantiert Alt-Köllen für 2023 eine bevorzugte Platzierung und eine Preisgarantie.

„Wir sind traurig darüber, dass wir in der kommenden Session wieder nicht wie geplant feiern können. Besonders wichtig ist jetzt, nicht die Köpfe hängen zu lassen. Wir müssen zusammenhalten und weitermachen. Schließlich geht es hier um unseren Kölner Karneval, um unseren Fasteleer. Es geht um ein fast 200 Jahre altes Brauchtum, um Traditionen und um Freundschaft. Karneval ist doch so viel mehr als Party. Und natürlich kann man nur Veranstaltungen, aber nicht den Karneval selbst absagen. Wir Kölner tragen den Karneval im Herzen und da wird er auch bleiben. „Alles hät sing Zick“ und jetzt ist eben die Zeit für kreative Ideen und ganz sicher nicht die Zeit, um aufzugeben.“ so Stephan Degueldre, neuer Präsident und Literat von Alt-Köllen.

Die neue Situation trifft besonders auch die beiden Tanzgruppen der „Kölsche Harlequins“, die bereits seit zwei Jahren unter schwierigen Bedingungen trainiert haben und jetzt schon wieder auf viele Auftritte verzichten müssen. Auch deshalb versucht die K.G. Alt-Köllen alternative Möglichkeiten zu finden. Es wird bereits mit Hochdruck daran gearbeitet, für die kommende Session mit kreativen Ideen zu zeigen, dass Karneval auch in dieser Session stattfinden wird und Alt-Köllen seinen Beitrag dazu leistet.

Bei aller Enttäuschung und Trauer wünscht Alt-Köllen allen Karnevalistinnen und Karnevalisten, dass niemand den Optimismus, die Zuversicht und den Mut verliert. Karneval im Herzen, Brauchtum und Tradition im Sinn und mit Zusammenhalt ist auch diese Situation zu schaffen. In diesem Sinne wünscht Alt-Köllen allen trotz oder gerade deshalb eine besonders fröhliche und besinnliche Weihnachtszeit und einen guten Rutsch in das neue Jahr. Passt auf euch und eure Lieben auf und bleibt gesund. Wir sehen uns wieder!


Liebe Mitglieder und Freunde der KG

Die im Jahr 1883 gegründete KG Alt-Köllen gehört zu den ältesten dem Festkomitee angeschlossenen Karnevalsgesellschaften und ist eine der renommiertesten Familiengesellschaften Köln`s.

Seit dem 100-jährigen Jubiläum gehören die Volkssitzungen im beheizten Festzelt auf dem Neumarkt zum festen Bestandteil im Kölner Karneval.

In der Session 2016 ist die Mädchensitzung "Nümaats Wiever" hinzugekommen, dort feiern die Mädels auf dem Neumarkt unter sich. Aber auch die festliche Kostümsitzung im Hotel Maritim erfreut sich größter Beliebtheit.

Auf den Veranstaltungen der Session 2011 hat die KG Alt-Köllen erstmals ihre neu gegründete Kinder- und Jugendtanzgruppe „Kölsche Harlequins“ präsentiert.

Nicht mehr wegzudenken ist der „Paprikaball“ am Karnevalssamstag in allen Räumen der Wolkenburg.

Außerhalb der Session wird das Gesellschaftsleben durch Aktivitäten des Senats oder mit Familienfahrten und besonderen Events bereichert.

Ganz im Sinne einer Familiengesellschaft für jung und alt.
Alt-Köllen Alaaf!



Das Motto der Karnevalssession 2022 lautet:

Das Festkomitee Kölner Karneval hat am Rosenmontag das Motto der Session 2022 vorgestellt: „Alles hät sing Zick.” Damit wird der Bogen von der aktuellen, coronabedingt eher verhalten gelebten Session zur hoffentlich heiteren und stimmungsvollen Session 2022 geschlagen. Denn so richtig, wie es in diesem Jahr war, die leisen Töne des Karnevals zu betonen, so sehr hoffen die Kölner darauf, dass in der kommenden Session wieder getanzt, gesungen und gefeiert werden kann. „Der Kölner Karneval hat in den vergangenen Wochen gezeigt, dass er viele Facetten hat – nicht nur die bunten, grellen und lauten”, erklärt Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn. „Aber genau so wie die kleinen, stillen Momente Platz im Herzen der Kölner haben, sehnen sie sich auch wieder nach dem wunderbar engen Miteinander im Fastelovend – bei Sitzungen, Partys und dem Rosenmontagszug. So hät in Kölle alles sing Zick.”

Dabei verweist das Motto – typisch kölsch – gleichermaßen auf ein Zitat aus dem Alten Testament wie auf ein Lied der Bläck Fööss. Im Buch Kohelet heißt es in Kapitel 3: „Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit [ … ] eine Zeit zum Weinen und eine Zeit zum Lachen, eine Zeit für die Klage und eine Zeit für den Tanz.” Die Bläck Fööss machten daraus ein Lied über die fünf Jahreszeiten: „Dann met einem Mol, weeded löstich un bunt. Fastelovend es do, dä jetz nit mieh, länger waade kunnt.” Genau um diese sehr unterschiedlichen Facetten geht es im Karneval. Für das Dreigestirn liegen die Auftritte im überfüllten Saal der Mädchensitzung und der Hoffnung bringende Besuch in der Kinderklinik manchmal nur Minuten auseinander. Wer heute zur edlen Prunksitzung geht, steht vielleicht morgen als Lappenclown beim Veedelszoch, um Kamelle und Strüüßcher zu fangen. Bei der Flüstersitzung lauscht man den Pointen der Redner, während in der Kneipe auf den Tischen getanzt wird. Dabei wird schnell klar, dass es nicht um ein Entweder-oder geht, sondern darum, jeder Ausdrucksform des Karnevals ihren Raum zu geben.

Nicht zuletzt ist das Motto auch eine Anspielung auf die Vergänglichkeit der Karnevalszeit, die Aschermittwoch in jeder Session ihr Ende findet. „Die Ursprünge des Fastelovends liegen im Fest unmittelbar vor Beginn der österlichen Fastenzeit. Auch wenn dies heute nicht mehr im Mittelpunkt steht, so ist dieser Schlusspunkt dennoch wichtig, damit es wieder einen schwungvollen Start in die neue Session geben kann”, weiß FK-Präsident Kuckelkorn. „Wenn der Karneval ganzjährig gefeiert würde, würde er völlig beliebig und seine Bedeutung für die Menschen schnell verlieren.” Und so endet auch für Prinz Sven I., Bauer Gereon und Jungfrau Gerdemie ihre Amtszeit als Kölner Dreigestirn mit der Nubbelverbrennung am Aschermittwochmorgen. Ab diesem Moment sind die Drei, die den Kölnern in diesem Jahr so kostbare Momente geschenkt haben, das designierte Dreigestirn der Session 2022 – denn alles hät sing Zick.

Quelle: Festkomitee Kölner Karneval