Ausschnitte aus der Chronik

Erster Weltkrieg setzte dem Gardisten-Treiben ein jähes Ende

Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs (1914-1918) hatte auch das jecke Gardisten-Treiben schnell ein Ende, und es erlebte – zumindest bei Alt-Cöllen keinen Neuanfang mehr. Das war schon tragisch, denn mit dem engagierten Josef Rohé, der geradezu besessen von Karneval und Geselligkeit war, hatte die Gesellschaft einen Mann an der Spitze, der das Brauchtum praktisch ganzjährig lebte. Schon als Schüler der Realschule Kreuzgasse hatte Rohé eine Karnevalsgesellschaft mit Namen „Hück sin mer all jeck” gegründet. Dieses geschah in der Streitzeuggasse in der Wirtschaft „Rottländer”. Als der Ordinarius der Schule dahinterkam, musste die „Gründung” schleunigst liquidiert werden. Als Besitzer eines kölschen Restaurants in der Herzogstraße 35, das gleichzeitig eine Brennerei besaß, hatte Rohé im oberen Stockwerk die Wände durchbrechen lassen. So war ein Sälchen für 120 Personen entstanden, in dem er alle seine Freunde unterbringen konnte, um mit ihnen außerhalb der Karnevalssession „löstig” zu sein. Dieser Kreis namens „Ritterbund” traf sich von Aschermittwoch bis zum Elften im Elften regelmäßig. Ganz in der Nähe tagte seine Gesellschaft, die KG Aehnze Kähls in der althistorischen kölschen Brauerei „Im Örtchen”, Ehrenstraße 71a. Jeden Sonntag (!) kam der Vorstand zwecks Besprechung und Entgegennahme von Reden und Liedern sowie zur Ausgabe von Mitgliedskarten zusammen. Die kosteten übrigens damals gerade mal neun Mark – und beinhalteten Damenkarten sowie eine Vereinsmütze.



Und sonst noch

Sponsoren