2008- 2011

Die Chronik der K.G. Alt-Köllen vun 1883 e.V.

Von Frank Tewes

Die Session 2008/2009 wurde trotz Wirtschaftskrise oder vielleicht eben deshalb ein Erfolg. Die Säle waren bis auf wenige Plätze sehr gut gefüllt und die Session 1 nach dem 125-jährigen Jubiläum zeigte, dass die die KG Alt-Köllen vun 1883 e.V. auch ohne aktuelles Jubiläum zu feiern versteht. Ein Höhepunkt der Session war sicherlich die Verleihung der „goldenen Mütze“ an Markus Ritterbach, Präsident des Festkomitee, als Dank und Anerkennung für seine Bemühungen um den Erhalt der Zeltsitzung auf dem Neumarkt u.a. mit der „schwarzen Nasen Aktion“, mit der die Karnevalisten gegen Bürokratie, Willkür und den wiehernden Amtsschimmel protestierten. Die Session 2009/2010 begann standesgemäß mit dem traditionellen „Dreikünnigeappell“. Nach den besinnlichen Weihnachtstagen stimmten sich die Mitglieder auf die anstehende Session ein. Es folgten die Zeltsitzungen auf dem Neumarkt – bei denen sich erneut jeder fragte, wie man eine derartige Veranstaltung in Frage stellen kann – die vorerst letzte Kostümsitzung im Sartory, weil die KG Alt-Köllen vun 1883 e.V. in 2011 erstmals beide großen Saalsitzungen im Maritim Hotel ausrichten wird. Auch dieses Jahr hielt die Alt-Köllen-Familie zusammen und feierte in vollen Sälen die kurze Session, die bereits am 15. Februar mit dem Rosenmontagszug ihren Höhepunkt hatte. Neben dem Satory nahmen wir auch von unserer Tribüne in der Breite Straße Abschied, die dieses Jahr letztmalig aufgebaut wurde. In der neuen Session befindet sich die Alt-Köllen-Tribüne erstmals am Appellhofplatz.

Kölsche Harlequins Nach Abschluss der Session wartete die KG Alt-Köllen vun 1883 e.V. mit einem nachträglichen Paukenschlag auf. Im März 2010 wurde mit den „Kölsche Harlequins“ eine eigene Tanzgruppe ins Leben gerufen. Nachdem sich vor einigen Jahren die Tanzgruppe „Kölner Torwache“ von der Gesellschaft getrennt hatte, war dies der Wiederbeginn mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Tradition wiederzubeleben. Oliver Zingsheim, Literat der KG Alt-Köllen vun 1883 e.V., fasste eine der Intentionen so zusammen: „In der Jugendarbeit kann man sich nie genug engagieren”. In der anstehenden Session 2010/2011 wird die Gesellschaft somit erstmals wieder mit einer eigenen Tanzgruppe auf unseren Veranstaltungen vertreten sein.


Wolfgang Kaup Dann, im Juli 2010 traf die Gesellschaft ein schwerer Schlag. Völlig unerwartet verstarb der langjährige Senatspräsident, Pressesprecher und vehemente Verteidiger der Zeltsitzung auf dem Neumarkt, Wolfgang Kaup. Wolfgang Kaup war Träger des Verdienstordens in Gold der Gesellschaft, Träger des Verdienstordens in Gold des Festkomitee Kölner Karnevals sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Die an alle „Freiwilligen Helfer des Kölner Archiveinsturzes 2009“ verliehene „Goldene Mütze“ wurde am 12.11.2010 dem Historischen Museum Köln leihweise für eine Ausstellung übergeben. Der Vorstand der KG Alt Köllen unter Leitung seines Präsidenten Hans Brocker und des 1. Vorsitzenden Michael Hohmann hatte diese Übergabe vollzogen.


Traditionsgemäß eröffnete die KG Alt-Köllen vun 1883 e.V. die neue Session 2010/2011 am 06.01.2011 mit ihrem Dreikünnige-Appell. In feierlichem Rahmen wurde die Amtseinführung des neuen Senatspräsidenten Prof. Dr. med. Dipl.-Kfm. (FH) Rolf-Rainer Riedel offiziell vollzogen.

Der Höhepunkt des Abends war jedoch ohne Zweifel der erste Auftritt der 2010 neu gegründeten Tanzgruppe der KG Alt-Köllen den „Kölschen Harlequins“. Vom ersten Tanz an begeisterte die von Cassia Kuckelkorn geleitete Gruppe die Mitglieder und die zahlreich erschienene Presse.

Diese Begeisterung setzte sich bei den öffentlichen Veranstaltungen der Gesellschaft und auf vielen fremden Sitzungen fort. Überall wo die „Kölschen Harlequins“ auftraten, wurden Sie begeistert gefeiert. Kurz nach dem gesellschaftsinternen Sessionsauftakt ging es bei den Zeltsitzungen auf dem Neumarkt, der sogenannten Volksproklamation der Session, gemeinsam mit den Freunden und Gästen der KG Alt-Köllen in das närrische Treiben hinein. Die erste Zeltsitzung nach dem plötzlichen Tod von Wolfgang Kaup, dem Vater der Zeltsitzung, wurde ganz in seinem Sinne als Sitzung für das ganze Volk ein riesiger Erfolg. Prof. Dr. Rolf-Rainer Riedel eröffnete zu seiner Premiere zweimal vor ausverkauftem Haus die Zeltsitzung und gleichzeitig den Sitzungskarneval 2011. Trotz des ausgelassenen Feierns dachten doch viele Mitglieder und Freunde der KG immer wieder einen Moment an Wolfgang Kaup, ohne dessen Einsatz die Sitzung niemals zu dem geworden wäre, was sie heute ist und ohne dessen unermüdlichen Kampf das Zelt heute vielleicht nicht mehr auf dem Neumarkt stehen würde.

Die Galasitzung der KG Alt-Köllen fand 2011 erstmals als Familiensitzung an einem Sonntagnachmittag im Maritim Köln statt. Viele Gäste waren nicht allein mit ihrem Partner sondern gleich mit der ganzen Familie angereist. Nicht selten waren gleich drei Generationen erschienen. Auch wenn diese Sitzung aufgrund der knappen Saalkapazitäten 2012 leider nicht stattfinden wird, war das Konzept ein voller Erfolg der eine Wiederholung erfahren wird. Wieder einmal zeigt die KG Alt-Köllen, wie man auch junge Menschen an den Sitzungskarneval heranführt. Die erneut ausverkaufte Prunk- und Fremdensitzung im Maritim beschloss einen wieder einmal berauschenden Sitzungsreigen der KG Alt-Köllen. Der Paprikaball war für alle Mitglieder die Möglichkeit eine gelungene Session zu feiern und wieder einmal tanzten Jung und Alt bis in den frühen Morgen hinein in der Wolkenburg, einem der schönsten und traditionsreichsten Veranstaltungsräumen in Köln.

Nach einer wettermäßig sehr durchwachsenen Session hatte Petrus bereits zum Beginn des Straßenkarnevals an Weiberfastnacht die Sonne angeschaltet und ließ diese bis Rosenmontag scheinen. Mit einem Festwagen und einer großen Fußgruppe ging die KG Alt-Köllen im Rosenmontagszug mit. Die zahlreichen Tribünengäste der Gesellschaft bereiteten den Zugteilnehmern an der neuen Tribünenposition am Appellhofplatz einen begeisterten Empfang.

Nach Abschluss der Session trafen sich die Mitglieder der Gesellschaft im Juni 2011 zur Jahreshauptversammlung. Präsident Hans Brocker wurde einstimmig für weitere 3 Jahre im Amt bestätigt. Aus persönlichen Gründen stellte sich der langjährige Schatzmeister Wolfgang Flemm leider nicht für eine weitere Amtszeit zur Wahl. Wolfgang Flemm blickt auf eine über 30 jährige Amtszeit zurück. Die Mitglieder danken Wolfgang Flemm für seine lange Arbeit. Ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschieden ist Wolfgang Fabritius als Leiter der Kartenstelle. Als neue Mitglieder des Vorstandes wurden Jochen Langer als Schatzmeister und Christoph Förster als Leiter der Kartenstelle einstimmig gewählt.

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Ausschnitte aus der Chronik

Liederheft Ähnze Kähls 1912Fast zwangsläufig fusionierten beide Gesellschaften, die inzwischen drei Jahrzehnte bestanden, im Jahr 1913. Hehre Pläne hatten sie damals im Mai: Eine eigene „Bürgergarde” gründeten sie. Staatse Kääls in Uniformen waren das, die in den „Kampf gegen Griesgram und Muckertum” geworfen wurden. Die Gesellschaft trug damals den Bandwurm-Namen „Vereinigte Carnevalsgesellschaften Aehnze Kähls und Alt-Cöllen von 1883 – Bürgergarde Kölner Bürgerwehr e. V.”. 1914 wurde noch mit einem beeindruckenden Programm gemeinsam Karneval gefeiert. Die „Kölner Bürgerwehr” gab sich dabei übrigens betont militärisch. Die Beschreibungen der einzelnen Veranstaltungen klingen knapp hundert Jahre später ausgesprochen martialisch: Man traf sich beispielsweise zum „Appell mit sämtlichem Gepäck, Kompanie-Einteilung, Übungsschießen”, auch ging es hinaus zur „Felddienst-Übung” auf die Butzweiler Wiesen unter Beteiligung des Amazonenkorps. Und als man zum Bombardement gegen die Festung „Duckmüser” aufrief, dachte wohl kaum jemand daran, dass nur wenig später tatsächlich die Bomben fallen sollten.



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